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Rezension: Prof. Dr. Ralf Beck - Wer braucht noch Banken?

In seinem kürzlich erschienenen Buch „Wer braucht noch Banken?“ nimmt er sich das Sündenregister der Großbanken vor und versucht den Leser und Bankkunden davon zu überzeugen, dass eine Änderung des Finanzsystems notwendig ist.

Zunächst erklärt er das Finanzprodukte-Angebot der Banken und zeigt Alternativen für alle (gängigen) Bereiche auf. Er beschreibt diese Alternativen, kommentiert diese und gibt Musterlösungen vor. Danach beschäftigt er sich mit den möglichen Konsequenzen einer dadurch entstehenden neuen Finanzwirtschaft – was wäre eine Welt ohne Banken? Er kommt zum Schluss, dass es sinnvoll und wichtig wäre, das alle Bankkunden den sogenannten, „systemrelevanten“ Großbanken den Rücken zu kehren und entweder Alternativen außerhalb der Bankenwelt finden oder zu kleinen unabhängigen Instituten zu wechseln. Nur das könne seiner Meinung nach zu einer Verbesserung des Finanzsystems führen.

Ich halte das Buch für lesenswert und interessant, glaube aber, dass es die Zusammenhänge grob vereinfacht darstellt. Alternativen sind zwar in verschiedenen Bereichen durchaus gangbar, aber ein kompletter Wechsel zu „Branchenfremden“ ist werde nicht sinnvoll noch möglich, da viele Dienstleistungen den Hintergrund einer Bank und das damit verbundene Regelwerk erfordern. Natürlich könnte Vieles einfacher billiger und vielleicht auch besser sein – ob das allein durch einen Wechsel zu anderen, neuen Partnern erreicht werden kann bleibt dahin gestellt. Seiner Empfehlung systemrelevante Großbanken nach Möglichkeit zu meiden und damit zu schwächen, kann ich jedoch durchaus folgen.

Das Vertrauen in Banken ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Hochspekulative Geschäfte, Markmanipulationen, Fehlberatungen, Beihilfe zur Steuerhinterziehung und so weiter haben dazu beigetragen.

Die Bankalternativen sind da, man muss die allerdings noch suchen, das wird sich allerdings schnell ändern. Nicht alles ist Gold, was glänzt, betrachten wir die (Un)Social Trading Plattformen, es gibt aber durchaus tragbare und sinnvolle Alternativen, nutzen wir sie. Die Veränderungen im Finanzbereich sind bereit im vollen Gange, denken wir an das Zahlen mit dem Smartphone oder die Crowd-Plattformen.

Wir sollten Bankalternativen nutzen, dabei aber unbedingt darauf achten, welche wir nehmen.

 

Die Antwort auf die Frage „Wer braucht noch Banken?“ ergibt sich nun von selbst. Gemeint ist nicht die Institution Bank an sich. Vielmehr ist es als „ohne Großbanken“ im Sinne des „Kleiner Kriegens“ der systemrelevanten Riesen zu verstehen. Die Politik wird dazu kaum in der Lage und willens sein. Dier gibt es keine Helden mehr. Wir müssen es tun, die Kunden. Auf zu den Großbankalternativen!


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